Großer Bruder trifft kleine Schwester | Die erste Begegnung


Wie haben wir uns diesen einen Moment herbeigewünscht. Voller Sehnsucht, Vorfreude und Zuversicht, aber auch mit etwas Skepsis und Ungewissheit.
Das erste Aufeinandertreffen vom neuen Baby und dem großen Bruder.

Wir wussten, dass dieser Moment irgendwann kommen wird und wir haben uns viele Gedanken darum gemacht, uns noch mehr Fragen gestellt.

Wie wird der Große reagieren? Wird er das verstehen? Wird er eifersüchtig sein? Und vorsichtig? Was, wenn er total überfordert ist? Wie reagieren wir, wenn er sogar sauer wird? Wird er seine Schwester mögen? Wird er Angst haben?


Ja, wir haben uns tatsächlich viele Sorgen gemacht, was alles negatives passieren könnte.

Aber tief im Inneren war ich der festen Überzeugung, dass alles gut gehen wird.

Ich war total ruhig, ich wusste, dass ich mich auf meinen Jungen verlassen kann. Er war schon mit dem Babybauch mehr als fürsorglich, vorsichtig und liebevoll umgegangen. Hat ihn geküsst, gestreichelt, eingecremt und zärtlich gepiekst. Hat dem Baby im Bauch zugehört und sich so herzerwärmend gefreut, wenn es gestrampelt hat.

Ich bin regelmäßig geschmolzen. Das war das Niedlichste, was ich erleben durfte.


Warum also sollten wir uns solche Gedanken machen? Wir ließen es letzten Endes einfach auf uns zukommen, die Sorgen vergingen und die Vorfreude und Zuversicht stieg. Nicht nur bei uns, sondern auch beim großen Bruder.

Und dann kam der Tag bzw. die Nacht, an der es losgehen sollte.

Wie vorher abgeklärt, brachten wir den Großen zu unseren Freunden, als die Geburt losging. Er verstand das gar nicht, schließlich wurde er mitten aus dem Tiefschlaf gerissen, ins Auto verfrachtet und in ein anderes Haus gebracht. Wir erklärten ihm kurz, dass das Baby nun kommen will, aber viel Zeit blieb uns nicht. Zum Glück waren unsere Freunde sehr einfühlsam und erklärten ihm alles noch einmal in Ruhe, während der Papa und ich zum Geburtshaus rasten.


Kurz nach 1 Uhr nachts kam unsere Babyhummel zur Welt. 
Zu dieser Zeit schlief der große Bruder schon wieder selig. Wir verbrachten unsere erste Nacht mit dem neuen Erdenbürger zu dritt im Geburtshaus und fuhren am Morgen danach gemütlich in Richtung nach Hause. Einen Zwischenstopp machten wir bei meinen Großeltern, die nun zum 2. Mal Urgroßeltern geworden waren. 
Und vergossen die nächsten Freudentränchen.

Zur Mittagszeit kamen wir dann bei unseren Freunden wieder an.
Ich kann euch wirklich nicht beschreiben, WIE aufgeregt ich war, als wir das Baby in Richtung Haus trugen. Mein Herz klopfte wie wild und ein breites Grinsen übernahm die Herrschaft in meinem Gesicht.
Und dann war er da. DER Moment.


Das Baby noch im Autositz öffneten Franz und ich die Tür, hinter der schon zwei aufgeregte Jungs (unserer und sein Freund) warteten. Und wir kamen nicht einmal die Treppe zum Flur hinauf, schon wurde die Autoschale mitsamst dem Baby in Beschlag genommen. 
Es war nicht einmal mehr Zeit, die Lätzchen voller Suppe abzulegen.
Zuerst wurden ganz vorsichtig unbeholfene Blicke getauscht, zärtlich das Händchen vom Baby gestreichelt. Endlich war er der große Bruder!


Er betrachtete die winzigen Finger, streichelte über Babys Nase und Wangen. So zärtlich, fast als wäre sie aus hauchdünnem Glas. Er war so vorsichtig und liebevoll – von der ersten Sekunde an – dass mein Mamaherz gar nicht mehr wusste, wohin. Ich hätte platzen können vor Glück, Stolz und Freude. Es war himmlisch.

Irgendwann packten wir die Kleine dann aus, setzten uns in die Stube und hießen die kleine Maus herzlich willkommen. Sie konnte betrachtet werden, der große Bruder half beim Mütze absetzen, gab ihr unendlich viele Küsse und seine Augen leuchteten. Er strahlte aus tiefstem Herzen. Er war so stolz auf SEINE kleine Schwester. 
Er brachte ihr direkt ein Spielzeug und meinte es so gut mit ihr. Er wollte sie halten, streicheln, küssen, betüddeln…


Es war magisch. Einfach nur magisch. Das sind Momente, die ich niemals vergessen werde und immer in meinem Herzen bewahren möchte.
Ich wusste doch, dass unser Sohn der beste große Bruder für unsere Tochter sein wird, den man sich nur wünschen kann. Und er war und ist es wirklich.
Wenn ich heute daran zurückdenke, innerlich wieder in seine strahlenden Augen schaue, dann kommen mir immer wieder die Tränen. Das war und ist so ergreifend und ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man sieht, wie sich seine eigenen Kinder zum ersten Mal begegnen. Und sich von Anfang an lieben. Ja. Das war es. Pure Liebe. 
Im ganzen Raum, in allen Herzen und in allen Gesichtern stand sie förmlich geschrieben. Liebe.
Zusammen mit noch viel mehr Freudentränen und Glücksgefühlen.


Und dieser Moment war viel zu schnell vorbei. Ich habe ihn aufgesaugt in seiner Magie und werde ihn mir immer bewahren.
Genau wie die allerersten Momente in unseren eigenen 4 Wänden. Diese Ruhe. Dieses Gefühl von Ankommen, von zu Hause, von Familie. Sich bewusst werden, dass es DAS war, worauf wir fast 10 Monate lang gewartet haben. Und dass es sich verdammt gut anfühlt. 
Das erste Kuscheln zu 4. im gemeinsamen Bett, der Bruder, der kein Auge und keine Hand mehr von seiner Schwester ließ. 


Es stellten sich keine Fragen mehr, es passierte einfach. 
Und es war perfekt.



8 Gedanken zu “Großer Bruder trifft kleine Schwester | Die erste Begegnungs”

  • 1
    Julietta am 23. November 2015 Antworten

    Da muss man doch glatt mitweinen vor lauter Glück! Wunderschöne Worte!

  • 2
    Joelle Salzmann am 23. November 2015 Antworten

    Prima, einfach unbeschreiblich prima, liebe Anna ❤❤❤❤

  • 3
    Hanna am 24. November 2015 Antworten

    Was soll man denn nur bei den ganzen Worten und den ganzen Gefühlen und Bildern, die du damit transportierst noch sagen. WAHNSINN! Die Liebe bei Emil sieht man in jedem einzelnen Foto. DIe Zärtlichkeit ist beinahe spürbar…

  • 4
    Unknown am 25. November 2015 Antworten

    Da sind mir gleich die Tränen gekommen 🙂 .
    Ich hoffe das bei uns in 10Wochen das auch so schön und harmonisch abläuft und alles einfacher wunderbar ist .biss jetzt freut der große Bruder (2jahre) sich sehr drauf und liebt den babybauch .LG

  • 5
    Farina am 27. November 2015 Antworten

    Ohhhhh die Bilder sind soooo sooo soooo wunderbar <3 So viel Liebe!

  • 6
    Lisa am 1. Dezember 2015 Antworten

    Wie wunderschön du das beschrieben hast. Mir kamen auch die Tränchen. Man spürt so doll, wie sehr ihr alle euch liebt. Das ist toll und so wertvoll. Danke liebe Anna <3

  • 7
    Unknown am 4. Dezember 2015 Antworten

    Hallo Massage Baby

  • 8
    ina wess am 4. Dezember 2015 Antworten

    ehrlich anna ich habe auch an der geschwisterliebe gezweifelt, es war einfach zu schön um wahr zu sein. Beim Video sind auch mir die tränen gelaufen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.