Kinder in dieser verrückten Welt? Dürfen wir das?

Ich greife ja hin und wieder mal Fragen auf, die ihr so an uns richtet. In Kommentaren, Mails, Direktnachrichten…teilweise sogar persönlich übermittelt.

Und wie ich schon ein paar mal sagte… manchmal bringt ihr mich hier wirklich zum Grübeln 😉

Eine Frage lautete sinngemäß:

„Hallo @pappa_franz und @natuerlichanna. Wenn ich eure Videos und Bilder sehe, dann bekomme ich immer richtig Lust, auch Kinder zu bekommen. Wenn ich dann jedoch den Fernseher anschalte und sehe, was in dieser kranken Welt los ist, mag ich das meinen Kindern nicht zumuten und bekomme lieber keine.
Wie ist eure Meinung dazu?“

Puuh. Ganz schön krass. Und ganz schön viel Wahres dran…

Zunächst einmal vorab. Wir sind natürlich immer versucht euch unser Leben so realistisch wie möglich zu „präsentieren“. Aber trotzdem ist es unvermeidbar, dass ihr eher positive Sequenzen unseres Familienlebens zu Gesicht bekommt. Einfach deshalb, weil es unangebracht und teilweise auch garnicht möglich ist, Kinder während eines Schreikrampfes in der Fußgängerzone zu filmen oder wenn man gerade vollgespuckt wurde, ein Instagram-Bild zu posten. Oder ein Night-Diary von schlaflosen Nächten, in denen man scheiße aussieht, zu drehen. Wisst Ihr, was ich meine? Es sieht oft ein wenig positiver aus, als es ist. Wir wollen natürlich nicht Menschen dazu bringen, sich für Kinder zu entscheiden, obwohl sie es vielleicht selbst gar nicht wollen.
Ich finde es aber schon gut, dass wir vielleicht einen Beitrag dazu leisten können, dass manche Zuschauer den Mut aufbringen, um eine Entscheidung zu treffen, ein Kind bekommen zu wollen. Oder aber, dass wir vielleicht ein Beispiel zeigen können, dass auch aus einer „ungeplanten“ Schwangerschaft eine sehr sehr schöne Situation entstehen kann. Aber ich merke gerade…das ist ein Thema für ein extra Post… 

Nun zum eigentlichen Thema. Ich kann die Sichtweise aus dem Kommentar der Zuschauerin absolut nachvollziehen.
Egal wo man hinschaut, was man liest oder mit wem man sich unterhält. Anschläge, Kriege, Krisen, Flüchtlinge, Klimawandel…die Liste ist schier endlos.
Und ja. Ich stell mir dieselbe Frage auch oft. Und bei den Aussichten auf eine Lösung dieser Krisen sieht es auch sehr düster aus.
Aber ich denk mir dann jedes mal auch wieder, dass es nicht sein darf, dass wir aufgeben. Also nicht wir im Sinne von Anna und mir, sondern im Sinne von Wir als Menschen.

Wir können doch jetzt nicht einfach sagen, dass es kein Sinn macht, Kinder zu bekommen, weil sie es vielleicht nicht so gut haben wie wir?
Sind wir mal ehrlich. Im Grunde geht es unserer Generation hier in Deutschland so gut wie niemals zuvor. Wir, eigentlich auch unsere Eltern, durften in Frieden aufwachsen, es fehlt uns an nichts, wir haben viel mehr als wir brauchen. Die Welt steht uns offen und wir haben so viel Möglichkeiten zur Lebensgestaltung wie keine vorherige Generation.
Die Herausforderungen sind gigantisch. Natürlich.
Aber wie können wir auf eine Lösung hoffen, ohne das erforderliche „Personal“ zu liefern? Wie sollen wir uns allen selbst Hoffnung vermitteln, wenn wir insgeheim nur schwarz sehen und garnicht an eine lebenswerte Zukunft glauben?
Wenn wir selbst nicht an einen guten Ausgang glauben, dann kann ja nichts dabei rauskommen.

Das ist das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiungen.
Ich stimme hier tatsächlich mit vielen Stimmen aus den Medien überein. Wir dürfen nicht aufhören unser  Leben zu leben. Und wir sind doch dazu bestimmt, etwas aus dem zu machen, was wir haben.

Unsere Kinder sind das, was wir haben. Und wir müssen dafür Sorge tragen, dass Sie etwas aus sich und der Welt machen. Zum Beispiel die Hoffnung geben, dass sich vieles zum besseren wenden kann.
Wir müssen unseren Kindern zeigen, wie schön es auf dieser Welt sein kann. Wie gut die Menschen eigentlich sind.
Und deshalb wollen wir versuchen unsere Kinder zu selbstständigen, empathischen, kritischen, aber auch lebensfrohen und optimistischen Menschen zu erziehen.

Nicht alles darf so bleiben wie es war. Aber es darf sich auch nicht alles ändern. Schon gar nicht unsere Einstellung zum Leben und damit unsere Einstellung zu Kindern.

Menschen standen schon so oft vor dem vermeintlichen Ende. So oft schon wussten Sie nicht, ob es ein morgen geben wird. Aber wenn es keine Kinder mehr gäbe…wofür sollte man dann für ein morgen oder übermorgen kämpfen?

Ob das vielleicht verantwortungslos ist? Vielleicht.
Aber ich meine, dass es unsere Pflicht und unsere Verantwortung ist, hoffnungsvoll und positiv in die Zukunft zu schauen.

Was meint ihr?
Können wir unsere Kinder in diese Welt entlassen? Oder tun wir der Welt eher einen Gefallen, wenn wir keine Kinder mehr machen?



8 Gedanken zu “Kinder in dieser verrückten Welt? Dürfen wir das?s”

  • 1
    Steffi E. am 5. April 2016 Antworten

    Mir ging es viele Jahre lang auch so, dass ich eigentlich keine Kinder in diese Welt setzen wollte. Gerade in der Pubertät war dieser Weltschmerz bei mir sehr stark ausgeprägt… aber nun bin ich 30 und möchte nichts lieber als Kinder bekommen, denn trotz Job, Haustieren, vielen tollen Erlebnissen und Co. habe ich das Gefühl, dass ich das jetzt brauche, irgendwie ist viel geschafft und erlebt, aber Kinder fehlen da… gerade durch den Job als Erzieherin ist der Wunsch sehr gewachsen und ich hoffe, dass es nun bald klappt… dieser Wunsch ist sehr egoistisch, ich denke dabei nicht an die Welt im Ganzen, auch nicht unbedingt daran, was diese Kinder so erwarten wird, sondern eher an unsere kleine Welt als Familie… aber ich denke auch, dass man einen guten Teil zur Zukunft beitragen kann, wenn man eben tolle Menschen aus seinen Kindern macht… ihnen zeigt, was im Leben wichtig ist, wie man mit Tieren, Menschen und der Umwelt umgehen sollte und vielleicht sind gerade sie es, die einen entscheidenden Teil zu einer Verbesserung beitragen 🙂

    Liebe Grüße von Steffi E.

  • 2
    Anonym am 7. April 2016 Antworten

    Es ist doch so, dass sich diese Frage jede Generation Eltern stellt. Meine Oma hat das getan, während des Zweiten Weltkrieges und meine Eltern während des Kalten Krieges und Tschernobyl. Es gab schon immer Unheil auf der Welt und wird es immer geben und jede Generation wird sich auch zukünftig diese Frage stellen. Von daher ist es doch wichtiger, ein erfülltes Leben zu leben und dazu gehören für viele nun einmal Kinder.

  • 3
    Christina Zimmermann am 11. April 2016 Antworten

    Ich geb dir da voll Recht ohne Kinder gäbe es keinen Grund für eine gute Zukunft zu kämpfen. Und wenn wir zurück denken wo wären wir heute wenn die Menschen in denn Weltkriegen gesagt hätten wir bekommen nun alle keine Kinder mehr. Ja das Leben ist anders geworden seit ich (31) Kind war aber nur wir haben es in der Hand etwas zuändern und auch wenn es in der Heutigen Zeit mit einem Autistischen Kind oft schwer ist und ich mich oft frage welche perspektive hat er in der Welt wäre es für uns nie eine Option gewesen kein Kind zubekommen da wir das als Sieg des bösen in der Welt über unseren Mut unser Leben zugestalten sehen würden.

  • 4
    Christina Zimmermann am 11. April 2016 Antworten

    Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

  • 5
    Deborah am 11. April 2016 Antworten

    Genau darüber habe ich schon so, so oft nachgedacht. Ich finde deine Antwort sehr schön und generell rührt es mich, dass ich nicht die Einzige bin, die sich mit dieser Frage beschäftigt. Aber du hast so Recht, Franz, aufgeben ist keine Option und was bleibt, wenn wir nicht mehr sind..
    Danke für deine ermutigenden Worte, du hast das gut getroffen!

  • 6
    Anonym am 26. August 2016 Antworten

    Ein sehr aktuelles und interessantes Thema.
    Ich selbst habe (noch) keine Kinder. Eine Familie zu gründen ist jedoch fester Bestandteil meiner Zukunftsplanung.
    Über deine Frage habe ich mir schon so oft Gedanken gemacht. Mit Familie und Freunden wurden bereits mehrmals interessante Ansichten ausgetauscht.
    Schlussendlich ist der Entscheid Kinder zu kriegen immer ein egoistischer, denn die Kinder können nicht gefragt werden ob und unter welchen Umständen sie geboren werden wollen.
    Wichtig ist doch dabei, als Mama und Papa die Veranttwortung zu übernehmen. Dem Kind zur Seite stehen und ein realistisches Bild unserer Welt zu vermitteln. Realistisch in dem Sinn, dass die heutige Zeit sowohl negative wie auch positive Aspekte mit sich bringt. In der ganzen Geschichte dieser Welt gab es keine Generation, die nicht mit Kriegen, Krisen und Problemen zu kämpfen hatte. Warum sollte sich dies für die künftige Generation ändern.
    Eltern müssen den Kindern das Vertrauen entgegenbringen, dass diese die Herausforderungen ihrer Zeit meistern. Mama und Papa assistieren nur, den Weg muss jedes Kind und jede Generation für sich selbst finden. Aufklären, Stärken, Halten, Umarmen, Beschützen, Pflegen, Lieben, Schätzen, Tolerieren, Helfen, Auffangen, Loben und vieles mehr, dass sind die Aufgaben zu welchen die Eltern verpflichtet sind.
    We are here- we are here for all of us 🙂

  • 7
    Mobla - keine Absicht! am 13. Oktober 2016 Antworten

    Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

  • 8
    Mobla - keine Absicht! am 13. Oktober 2016 Antworten

    Ich kann, bedingt durch Empathie, diese Zuschauerfrage nachvollziehen & interpretieren. Verstehe sie und kann die Einstellung nachvollziehen. Trotzdem muss ich sagen – kann ich nur sagen: SIE TUT MIR LEID! Es tut mir unheimlich leid, wenn Menschen zu viel über das Falsche nachdenken. Oftmals wäre es das Beste, im Moment zu leben und das zu tun, worauf man Lust hat. So ist das auch mit Kindern. Es wird nie einen richtigen Zeitpunkt geben. NIE! Manchmal sollte man einfach machen und weniger denken. Gerade dann, wenn es um LEBENSENTSCHEIDUNGEN geht. Ich studiere auch mit 30. Ich lebe nur einmal. Nur ein einziges fuck'in Mal. Über Kinder haben wir auch nachgedacht, ja. Definitiv irgendwann. Im Studium wäre die beste Zeit dafür. Sich nicht die Frage stellen OB, sondern WANN. (Ok, das sieht jetzt aus wie die Marke für die roten Tage -.- 😀 ) Das du den Schachzug machen wirst, sollte klar sein. Auch wieder eine Sache des Selbstvertrauens, und so……….. Nur wann du diesen machst, sollte gut überlegt sein 😉

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