Schlafen im Familienbett | Ist das nicht unpraktisch?


Passend zu unserem letzten Fragenfreitag-Video zum Thema Schlafen, möchte ich heute in diesem Post noch einmal auf die wichtigsten Fragen zum Thema Familienbett eingehen.
Wir selbst schlafen seit 6 Monaten zu 4. im Familienbett und können schon von einigen Erfahrungen berichten. Darum starte ich jetzt einfach mal:

Weckt man sich nicht gegenseitig auf?
Generell wecken wir uns nicht. Also klar, Yuna weckt mich, wenn sie Hunger hat, aber ansonsten schlafe wir doch alle sehr gut. Manchmal wird man als Elternteil von einem Tritt ins Gesicht oder einem Schlag in den Bauch geweckt, wenn das Kind besonders unruhig schläft, aber das ist bei uns eher die Ausnahme. Wenn die Kinder bereits schlafen, wenn wir Erwachsenen ins Bett kommen, dann stört sie das nicht. Die Kleine wird dann nur wach, wenn sie sowieso gerade hungrig geworden wäre. Und dann stillen wir uns gegenseitig wieder in den Schlaf.

Gibt es Eifersucht zwischen den Geschwistern?
Nein, bisher nicht. Unsere beiden verstehen sich super, der große Bruder ist sehr fürsorglich und fair: Wenn ich ein Gute-Nacht-Lied für ihn gesungen habe, muss ich auch noch eines für die kleine Schwester singen.
Ich bringe fast immer beide Kinder gleichzeitig ins Bett und der Große weiß, dass er ganz allein dran ist, wenn ich die Kleine in den Schlaf gestillt habe. Und dann haben wir eine umso intensivere Zeit, in der wir nochmal leise über den Tag sprechen und ganz viel kuscheln. So hat jedes Kind seine eigene, intensive Zeit.


Wann schlafen die Kinder ein und wann stehen sie auf?
Wir „betreten“ das Schlafzimmer meistens zwischen 19:30 und 20:00 Uhr. Spätestens nach einer halben Stunde sind die beiden dann eingeschlafen. Das Baby wacht in der Nacht dann etwa 4x zum Stillen auf, schläft aber auch sehr gut wieder ein.
Aufstehzeit ist hier für alle sowohl in der Woche als auch am Wochenende gegen 6:00 Uhr.

Werden alle wach, wenn das Baby weint?
Nein. Beim ersten Kind ist der Papa immer mit wach geworden, jetzt nicht mehr. Das braucht er aber auch nicht, weil die Kleine sowieso nur gestillt werden möchte und dann auch wieder weiter schläft. Der Große lässt sich davon überhaupt nicht stören. Sollte die Maus doch mal etwas länger schreien und er wird tatsächlich wach, dann fängt er an sie zu trösten, streichelt sie und singt ihr ein Schlaflied. Darüber schläft er dann selbst ganz schnell wieder ein.


Habt ihr Angst, das Baby zu überrollen?
Anfangs hatten wir das schon irgendwie. Aber wir haben ganz schnell gemerkt, dass diese Angst total unbegründet ist. Die Kleine hat ein Beistellbettchen an unserem großen Familienbett, welches zusätzlichen Platz für sie bietet. Dort rollt auch kein Erwachsener aus Versehen rein. Wenn sie dann nachts in der Mitte schläft, passiert (ich glaube instinktiv) auch nie etwas, denn man rollt ja auch nicht über den Partner, während dieser schläft.
Wir achten allerdings darauf, dass sie nicht neben ihrem Bruder schläft, denn der hat diesen Instinkt nicht. Einmal sind wir ins Bett gekommen und er hat mit dem Kopf auf ihrem Windelpo geschlafen. Das war süß, aber wir vermeiden es in Zukunft doch lieber 😉


Und dass es erstickt?
Das war wohl anfangs meine größte Angst. Vor allem, da wir zwei große Bettdecken für uns Erwachsene im Bett haben. Das Baby schläft immer im Schlafsack, sodass von dieser Seite her keine Gefahr besteht. Und damit sie auch nicht unter unsere Decken gerät, schlafen wir immer etwas tiefer als sie. So, dass unsere Köpfe etwas unter ihrem liegen, denn man deckt sich selbst ja nicht bis über den Kopf zu, und das Baby damit auch nicht.

Bereut ihr das Familienbett?
Nein. Es gibt natürlich Tage, an denen wünscht man sich etwas mehr Schlaf, aber wir wissen auch, das unser Sohn immer so früh aufsteht, auch wenn er nicht mit bei uns schläft. Wir können uns derzeit auch keine andere Situation vorstellen, denn beim Versuch, den Großen zu überreden in seinem Zimmer zu schlafen, gab es schon Tränen. Und Schlafen soll für unsere Kinder immer etwas Sicheres sein, darum verzichten wir vollkommen auf irgendwelche Zwangsversuche, jemanden auszuquartieren. Die Kinder sollen sich geborgen fühlen und keine Angst vor dem Schlafen(gehen) haben. Und für das Baby ist es derzeit einfach total praktisch, denn so muss ich weder aufstehen noch sie aus dem Bett heben, um zu stillen. Angenehm für alle Beteiligten. Außerdem genießen wir das gemeinsame Kuscheln vor dem Schlafen sehr, diese ruhige Nähe tut einfach gut.


Da werden die Kinder doch verwöhnt…
Ja, das werden sie. Sie werden verwöhnt mit dem sicheren Gefühl, dass immer jemand da ist, sie nicht allein im Dunkeln sind und sie sich an jemanden kuscheln können, wenn sie mal Angst haben. Wenn das verwöhnen bedeutet, dann verwöhne ich meine Kinder liebend gern. Und mal ehrlich? Wer wurde denn als Kind nicht gern verwöhnt? Ich habe es geliebt und gebe es darum sehr gern an meine eigenen Kleinen weiter.
Und ich kenne keinen Teenager, der mit 16 noch zwischen den Eltern schläft. Das regelt sich schon alles von allein, wenn die Zeit und das Kind reif ist – davon bin ich sehr überzeugt.


In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr euch nicht von Vorurteilen oder Zweifeln leiten lasst. Bettet eure Kinder so, wie ihr euch sicher fühlt und wie ihr es für richtig haltet. In unserem Umkreis finden fast alle das Schlafen im Familienbett doof, wir finden es klasse und machen es trotzdem. Eure Kinder und ihr – ihr müsst euch wohlfühlen, kein anderer.



5 Gedanken zu “Schlafen im Familienbett | Ist das nicht unpraktisch?s”

  • 1
    Laura Enneker am 4. November 2015 Antworten

    Bin ich froh das zu hören. Meine Große hat bis sie 3,5 Jahre alt War bei uns geschlafen und keine einzige Nacht davon in ihrem Bett. Das fing schon im Krankenhaus an dass sie nur bei mir schlafen wollte. Jetzt ist sie 5 und schläft in ihrem Bett 😉 es ist so wie du sagst , es regelt sich von selbst. Ihre kleine Schwester ist 1,5 Jahre alt und schläft seit sie 15 Monate alt ist in ihrem Bett und das so bis nachts um 3 und dann hole ich sie zu uns ins Bett wenn sie aufwacht. Sie schläft mittlerweile ruhiger in ihrem Bett. Ganz unterschiedliche Kinder die das Familienbett lieben , die eine mehr die andere weniger. Und aus Mamasicht kann ich sagen dass es unglaublich beruhigend ist sein Baby neben sich zu haben und den Atem zu hören und dass man einfach auf seinen Instinkt hören muss. Ich habe von Anfang an gemerkt dass ich kein gutes Gefühl dabei habe mein Baby alleine nachts irgendwo abzulegen wenn ich es doch 10 Monate ganz nah bei mir hatte , also hab ich es auch nicht gemacht :).

  • 2
    Anita Enns am 6. November 2015 Antworten

    Einerseits schön zu sehen, aber für uns kommt es einfach nicht in frage. Wir möchten abends gerne als paar zusammen sein und die Zeit genießen .. Familie sein ist sehr schön und die Zeit nehmen wir uns auch, aber es gibt halt auch eine Zeit bei uns, in der wir einfach nur Ehepaar sind und die Ehe genießen wollen. Dazu gehört bei uns auch im Bett noch zu quatschen, zu albern und gemeinsam einzuschlafen. Einfach ein paar zu sein und die Ruhe genießen .. 🙂 der Partner soll durch das Kind einfach nicht zu kurz kommen und es gibt ja auch andere Themen die es zu besprechen gilt 🙂

  • 3
    Anonym am 10. November 2015 Antworten

    Sehr schöne Worte Anna! 🙂 Bei uns läuft es genauso seit unser Babyjunge da ist. Die "Große" fühlt sich einfach ausgeschlossen, wenn wir zu dritt im Bett schlafen und sie nicht. Und deswegen haben wir beschlossen, sie jeden Abend zu fragen wo sie schlafen möchte. Wenn sie mehr eigene Freiheit benötigt, wird sie das sagen und wir geben ihr die Zeit. Ich habe als Kind diese Nähe zu meinen Eltern auch sehr genossen und die Zeit verging so schnell. Ich genieße es meine Kinder diese Geborgenheit und Wärme zu geben, vor allem weil abends und nachts die Unsicherheit durch die Stille und Dunkelheit doch oft am Größten ist und einige Ängste entstehen können. Auch als Erwachsene habe ich große Fantasie und schlafe nicht gern allein 🙂 Die Zeit als Paar haben wir trotzdem und wir wissen, das uns (hoffentlich) noch gaaanz viel Zeit zu Zweit bleibt. Denn schwupps sind die Kinder groß und wir werden uns nach dieser intensiven Zeit zu Viert im Familienbett sehnen. Aber so wie du auch schön geschrieben hast. Jede Familie entscheidet das für sich selbst. Wichtig ist ein gutes Gefühl dabei zu haben.

    LG

  • 4
    Anonym am 11. November 2015 Antworten

    Emil schläft auch seit seiner Geburt mit bei uns im Familienbett. Ich kann es mir gar nicht anders vorstellen. Wenn wir Abends ins Bett gehen, schauen wir ihn nochmal an wie er da so friedlich schlafend liegt. Er wird bald 4 Jahre alt. Ich vertraue einfach darauf, dass er irgendwann ein eigenes Bett einfordert. Ich kenne jedenfalls keinen Jugendlichen der noch im Elternbett schläft 🙂
    Für ihn war schlafen gehen auch nie eine "Strafe" oder etwas negatives. Er geht hin und wieder freiwillig ins Bett wenn er sehr müde ist – was gibt es schöneres?!

    Ich wünsche euch weiterhin viele kuschlige Stunden im Familienbett!

    lg,Claudia

  • 5
    Naomi Ribeiro am 17. November 2015 Antworten

    Mein Sohn Aiden schläft auch in unser Familienbett und er schläft ruhiger und auch länger ich kann es mir nicht mehr vorstellen das er bei ihm im bett schläft weil es einfach schön ist das die kleinen sich an uns kuscheln ❤️

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